Die Siedler II – veni, vidi, vici

Die Siedler II – veni, vidi, vici

Warum sollte man heute, im Jahr 2019, noch „Die Siedler II“ spielen? Das Spiel wurde ja bereits 1996, also vor mehr als zwanzig Jahren, veröffentlicht und es gäbe diverse neuere Spiele aus der Siedler-Reihe. Zugegeben, die Konkurrenz ist riesig. Aber die Tatsache, dass das Spiel noch heute eine treue Anhängerschaft hat, zeigt, dass das Spiel etwas ganz Besonderes ist. Aus diesem Grund wurden auch zehn Jahre nach der Erstveröffentlichung eine Goldversion und eine Version für den Nintendo DS veröffentlicht.

Das Prinzip des Spiels ist relativ einfach: Man baut ein funktionierendes Wirtschaftssystem auf und erweitert mit diesem, auch auf militärischem Wege, seine Territorium. Was so einfach klingt, braucht im Spiel aber einige Aufmerksamkeit. Möchte man zum Beispiel, dass die Bäcker eine Torte verschicken, dann muss man sicherstellen, dass die Bäckerei mit Wasser und Mehl versorgt wird. Während das Wasser aus der Quelle gebracht wird, wird das Mehl in einer Mühle aus Getreide hergestellt. Das bedeutet, dass man auch sicherstellen muss, dass die Mühle mit Getreide vom Bauernhof versorgt wird. Wie dieses einfache Beispiel schon zeigt ist das Wirtschaftssystem, das so simpel erscheint, in der Realität ziemlich komplex. Besonders wenn man eine Vielzahl von Gütern herstellen muss.

Zusätzlich zu den Wirtschaftsgebäuden muss man bei Siedler II auch ein Transportsystem aus Straßen aufbauen. Das beste Wirtschaftssystem hilft nichts, wenn die Waren in einem Engpass im Transportsystem stecken bleiben. Es lohnt sich bei Siedler II, in ein ausgeklügeltes Transportsystem und ausreichend Lagerhäuser zu investieren. Auf Karten mit Wasser lassen sich Güter außerdem mit Booten und Schiffen transportieren. Mit letzteren lassen sich außerdem neue Häfen und somit neue Subkolonien anlegen.

Bei Siedler III und den darauf folgenden Versionen wurde auf das Straßensystem verzichtet, die Siedler fanden für ihre Transporte ihre eigenen Wege zwischen den Gebäuden. Für viele Spieler war aber gerade der Aufbau des Transportnetzes ein wichtiger Teil des Spiels, was der Grund dafür sein dürfte, weshalb die folgenden Versionen von Siedler nicht mehr an den Erfolg von Siedler II anknüpfen konnten.

Die Kriegsführung bei Siedler II ist relativ einfach: Es gibt Militärgebäude und Katapulte. Während die Katapulte Militärgebäude in Reichweite zerstören können, können die Soldaten andere Militärgebäude angreifen und einnehmen. Dabei gewinnt der, der mehr Soldaten hat oder Soldaten mit einem höheren Rang.

Auf neuen Computern kann Siedler II nicht mehr direkt installiert werden, die Hardware hat ich seit 1996 einfach zu stark verändert. Mit der Hilfe einer sogenannten DOSBox lässt sich das Spiel aber auch auf den neuesten Computern spielen. Außerdem funktioniert das so auch unter anderen Betriebssystemen wie MacOS oder Linux und es gibt sogar eine Online-Version.

Und es gibt das von Fans programmierte Spiel iWidelands/i, welches zwar ein wenig anders aussieht, aber ein sehr ähnliches Spielprinzip bietet. Es funktioniert auch auf neuen Windowssystemen, ebenso wie mit Linux, BSD und MacOS und sogar dem antiken AmigaOS.